Penile Erektion
Die penile Erektion findet über zwei verschiedene Mechanismen statt:
- Die Erste ist die Reflexerektion, welche durch direktes Anfassen des Penisschaftes erreicht wird
- Die Zweite ist die seelisch bedingte Erektion, welche durch erotische Stimulirung erreicht wird
Die vorherigen Mechanismen nutzen den äußerlichen Nerv und den unteren Teil der Wirbelsäule, wobei das letztere das limbische System im Gehirn benutzt. In beiden Situationen ist ein intaktes Nervensystem für eine erfolgreiche und komplette Erektion von Nöten. Die Stimulation des Penisschaftes durch das Nervensystem führt zu einer Absonderung von Stickoxiden (NO), welches zur Entspannung des Corpus cavernosa führt (erektiles Gewebe des Penis) und dadurch zu einer Peniserektion führt. Außerdem sind ein entsprechender Spiegel von Testosteron (produziert in den Hoden) und eine intakte Hirnanhangsdrüse für die Entwicklung eines gesunden männlichen Erektionssystems von Nöten.
IMPOTENZ UND EREKTIONSSTÖRUNGEN
Erektionsstörung (ES), früher auch als Impotenz bezeichnet, ist die Unfähigkeit eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, dies ist unzureichend um einen befriedigten Geschlechtsverkehr für beide Partner zu haben. ES kann sich ausweiten von einer schwachen zu einer ernsten Störung, von einer teilweisen Erektion zur Unfähigkeit eine Erektion zu haben.
Selbstverständlich kann sich der Mechanismus einer normalen Erektion verändern aufgrund hormonellen Mangels, Krankheit des Nervensystems, mangelnder Blutversorgung im Penis oder psychologischen Problemen und zu Impotenz und ES führen.
Durch die Verminderung des Blutflusses kann es zur Beeinträchtigung der endothelialen Funktion aufgrund einer Krankheit in den Herzkranzgefäßen kommen, ES kann aber ebenso durch längere Exposition gegenüber hellem Licht oder chronisch hohen Lärmpegeln verursacht werden.
Einige Ursachen von Impotenz können iatrogenisch (durch Medikamente verursacht) sein. Verschiedene Antihypertensiva (Medikamente, die den hohen Blutdruck kontrollieren) und einige Medikamente, die die Reaktionen des zentralen Nervensystems verändern, können die Erektion hemmen durch Verringerung des Blutflusses oder durch Veränderung der Nervenaktivität.
- Antidepressiva, besonders SSRL, können zu Impotenz als Nebenwirkung führen
- Chirurgische Eingriffe unter verschiedenen Bedingungen können anatomisch wichtige Strukturen für eine Erektion entfernen oder zum Verlust von Nerven oder der ausgeglichenen Blutversorgung führen. Einige Studien haben gezeigt, dass die männliche Beschneidung zu einem erhöhten Risiko von Impotenz führt, während andere nicht so eine Wirkung zeigten und andere fanden das Gegenteil heraus
- Übermäßiger Alkoholgenuss ist schon sehr lange bekannt als eine Ursache für Impotenz, bekannt als der Euphemismus „Bierbrauer Ermattung“. Shakespeare machte auf dieses Phänomen in Macbeth aufmerksam
- Eine Studie in 2002 ergründete, dass ES auch in Verbindung mit Fahrradfahren auftritt. Die Anzahl der Stunden, die man auf dem Fahrrad verbringt und/oder der Druck der auf den Penis durch den Sattel wirkt, ist direkt verbunden mit Erektionsstörungen
ES ist eine große Ursache für die Verlegenheit der Männer, diese leiden darunter in einem Leben voll Verweigerung zu leben. Sie haben einige Ausreden um ihr Problem zu rechtfertigen, wie:
- Ich bin zu müde
- Ich bin jung, ich habe keine Probleme
- Das ist nie zuvor passiert
- Es war heute Nacht nicht geplant
- Ich bin zu sehr gestresst, um aufmerksam zu sein
- Vielleicht bin ich nicht glücklich mit dieser Beziehung
- Ich habe zuviel getrunken
ES ist ein ernstes Problem, welches oft auf andere Krankheiten wie Diabetes, Arterienverkalkung etc. hinweist und deswegen darf es nicht ignoriert werden. Konsultieren sie heute ihren Arzt!! Bestimmen sie die Ursache ihres Problems, sodass sofort etwas mit den richtigen Mitteln dagegen unternommen werden kann.
Der Mechanismus der Erektion
Der physiologische Mechanismus der Erektion des Penis wird durch die Freisetzung von Stickoxiden (NO) in den Corpus cavernosum während der sexuellen Stimulation hervorgerufen. NO aktiviert dann das Enzym Guanylatzyklase, welches die Erhöhung des Spiegels von periodischem Guanosinmonophosphat (CGMP)zur Folge hat und erzeugt eine Entspannung im Muskel des Corpus cavernosum und erlaubt, dass Blut einfließt.
Grundsätzlich beginnt der Erektionsprozess beim Interesse bis zur Erregung und schließlich zur Peniserektion:
- Sexuelle Stimulation und Erregung
- Entspannung der Muskeln im Genitalbereich
- Erweiterung der Arterien im Genitalbereich
- Blut füllt Bereiche im Corpus cavernosum im Penis
- Ausdehnung des Corpus cavernosa
- Starker Druck wird auf die Venen ausgeübt, welche im normalen Fall das Blut ablassen
- Ausgeübter Druck erlaubt das Einsperren des Blutes in den Penis
- Verdickung, Erhärtung und Verlängerung des Penis
- Der Aufrichtemuskel drückt den Penis nach oben
- Der Penis ist bereit für die vaginale Penetration
Ursachen von Erektionsstörungen
Die Forschung hat gezeigt, dass die große Mehrheit der Gründe von ES von physischen Ursachen herrührt. Die verbleibenden Gründe sind trotzdem bedeutsam und über 20% haben einen psychologischen Ursprung.
Physische Faktoren
- Blutgefäßerkrankungen
- Stoffwechselkrankheit
- Erkrankung der Nerven
- Krebsbehandlung
- Hormonelle Probleme
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Alkohol: Langzeit
- Rauchen
- Bequemer Lebensstil
Psychologische Faktoren
- Angst
- Stress
- Depressionen
- Beziehungsprobleme
Psychosoziale Ursachen können alleine oder in Kombination mit einen oder mehreren von den physischen Gründen von ES auftreten.
Diagnose von Erektionsstörungen
Es gibt keinen spezifischen Test zur ES-Erkennung. Aber um diese Tatsache zu klären und mögliche Ursachen auszuschließen, führen vorangehende Untersuchungen zur Erkennung des Ursprunges der Erektionsstörung. Es besteht aus einigen Hauptfragen, die beantwortet werden müssen, bevor eine Behandlung beginnen kann. Sie berücksichtigen die medizinische Vorgeschichte, den Lebensstil und sogar den emotionalen Zustand. Diese Tests können zur Erkennung der Krankheit führen.
Bluttest: Der männliche Hormonspiegel wird gemessen und geprüft, sodass Krankheiten wie Diabetes von der Liste der möglichen Gründe eliminiert werden können.
Funktionstest des Penisnervs: Physiologische Tests werden ausgeführt um mangelnde Nervenempfindung im Penis festzustellen.
Ultrasonographie: Doppelter Ultraschall wird benutzt um die Angemessenheit der arteriellen Zirkulation im Genitalbereich abzuschätzen.
Nächtliche penile Schwellung (NPS): Verschiedene Methoden werden genutzt um Veränderungen der Penishärte und den Umfang während einer nächtlichen Erektion abzuschätzen.
Cavernosometrie: Dieser Test misst den Blutgefäßdruck im Penis.
Behandlung und Pflege
Ihr Arzt oder ihr medizinisches Fachpersonal werden mehrere Behandlungsoptionen für ihr Problem, abhängig von dessen Schwere, vorschlagen.
Orale Medikation (Rezept):
Die verschreibungspflichtigen PDE5-Hemmer Sildenafil (Viagra®), Vardenafil (Levitra®) und Tadalafil (Cialis®) sind zur oralen Anwendung gedacht. Sie wirken, indem Sie Aktionen von PDE5 blocken, was zu einer Verringerung von cGMP führt. cGMP lässt die Muskeln der penilen Arterien erschlaffen und führt somit zu vermehrtem Blutfluss in den Penis.
Orale Medikation (pflanzliche Heilmittel):
Dies sind Ergänzungsmittel, die vor dem Sexualakt eingenommen werden können, um die Erektion zu verbessern. Gewöhnlich sind es pflanzliche Ergänzungsmittel, wie ProCalisX, eine Kombination von mehren Kräutern, Vitaminen und Mineralien, welche frei von jedem Risiko sind und keine Nebenwirkungen besitzen.
Vakuumpumpe:
Eine externe Vakuumpumpe wird mit annähernd 90% Erfolg eine Vergrößerung des Penis erzeugen. Ein Penisring kann diesen Zustand aufrechterhalten, obwohl er nach spätestens 30 Minuten entfernt werden sollte. Diese Erektion ist nicht so starr und hart wie eine natürliche Erektion. Medikamente oder Injektionen sind vorzuziehen, wenn sie wirken. Verschiedene Studien zeigten den Grad der Befriedigung der Benutzer und ihrer Partner sehr wechselhaft, selbst wenn die Medikamente und Injektionen nicht wirken. In einer Studie entscheiden sich 20% der Männer, welche eine Pumpe (hoher Preis) ausprobierten es fortzusetzen und eine eigene Pumpe zu kaufen. Andere Studien zeigten einen hohen Prozentsatz von zufriedenen Nutzern. In einigen Fällen kann das häufige Nutzen einer Vakuumpumpe den Grad der erreichbaren Erektion verbessern, ohne dass eine Pumpe dabei benutzt wurde. Billige „Penispumpen“ um permanent die maximale Penisgröße zu erhöhen, sollte man mit Vorsicht genießen.
Sexberatung:
Konsultieren sie einen ausgebildeten Ratgeber, Psychologen oder Psychiater, der ihnen bei der Identifizierung, dem Verstehen und dem Umgang mit ihrem sexuellen Kummer hilft.
Penisinjektionstherapie:
Kurz bevor der sexuelle Akt beginnt, injiziert sich der Patient eine Medikation, die den Blutfluss in den Penis erhöht.
Harnröhrentherapie:
Pillen einer Medikation, die den Blutfluss erhöht, wird in die Harnröhre eingeführt (durch die der Urin fließt).
Vakuumtherapie:
Ein Vakuumgerät wird gewöhnlich genutzt um den Blutfluss in den Penis zu erhöhen und der Ring wird dann an der Basis angelegt, um Druck auszuüben und die Peniserektion aufrechtzuerhalten.
Chirurgische Einsetzung eines Implantats in den Penis:
Dies ist eine Vorrichtung, die chirurgisch in den Penis eingesetzt wurde und wird genutzt, wenn Verlangen nach sexuellem Verkehr ist.
Kontroverse und nicht bewährte Behandlungen
Das experimentelle Medikament Bremelanotid (ehemals PT-141) reagiert nicht auf das Blutgefäßsystem wie frühere Zusammensetzungen, aber angeblich erhöht es das sexuelle Verlangen und wirkt bei Männern und ebenso auch bei Frauen. Es wird als ein Nasenspray angewendet. Bremelanotid arbeitet angeblich durch die Auslösung von Melanocortonrezeptoren im Gehirn. Es ist gegenwärtig in der IIb Phase.
hMaxi-K
hMaxi-K ist eine Art Gentherapie, bei der ein plasmider Vektor der das hSlo-Gen, welches die Alphauntereinheiten des Maxi-K Kanals entschlüsselt, ausdrückt. Es hat bereits Phase I der Sicherheitsversuche durchlaufen.
Ginseng
Eine doppelblinde Studie erschien um zu zeigen, dass Ginseng besser ist als ein Placebo.
Pflanzliche und andere alternative Behandlungsmethoden
Sie sind im Allgemeinen wirkungslos, wenn sie verdeckt getestet wurden, aber sie mögen nützlich für den psychologischen Effekt sein (Placebo). Wenn ein gutes Ergebnis einer hoch angepriesenen und oft teueren Behandlung erwartet wird, dann kann sie effektiv sein. Angesehene Medikamente machen sich oft diesen Effekt zu nutze.
Vorsorge ist IMMER BESSER als Heilung
Bevor sie irgendeine Medikation für ES beginnen, ist es empfehlenswert einige Änderungen in ihrer täglichen Routine zu machen. Ihr Arzt oder medizinisches Fachpersonal kann Ihnen Empfehlungen geben und hilft Ihnen einige dieser Tipps zu befolgen:
- Trainieren
- Eine gesunde Diät
- Umgang mit dem Stress
- Das Rauchen aufgeben
- Den Alkoholverzehr verringern




